Botanischer Garten Schellerhau

Botanischer Garten Schellerhau

Der Botanische Garten Schellerhau wurde 1906 von Gustav Adolf Poscharsky, dem Königlich-Sächsischen Inspektor des Botanischen Garten Dresdens, nach seiner Pensionierung als privater Versuchsgarten gegründet. Poscharsky wollte testen wie verschiedene Obst- und Gemüsearten und Zier- und Rosensträucher unter den rauen Bedingungen des Erzgebirges wachsen. Schon damals wurden aber auch alpine Arten angepflanzt. Der Garten liegt auf einer Höhe von 770 m ü. NN.

In den 1930er Jahren – mittlerweile gehörte der Garten zum Botanischen Garten Dresden – entstanden die ersten Quartiere mit Pflanzen des Erzgebirges.

Heute können die Besucher die Flora des Erzgebirges auf engstem Raum erleben: Latschenkiefergebüsch, Fichtenwald, Hochstaudenflur, Zwergstrauchheide, Bärwurzwiese, Moor und Steinrücke sind zu entdecken.

Eine Steinrücke ist die „erzgebirgische Form“ des Lesesteinhaufens. Sie bestehen aus den Steinen, welche die Bauern über Jahrhunderte von ihren Feldern gelesen haben und an deren Rändern aufgeschichtet haben. Damit waren die Steine erstmal vom Feld und der eigene Besitz wurde durch die Steinrücken zusätzlich noch abgegrenzt und gekennzeichnet. Ein weiterer Nebeneffekt war der neu entstandene spezielle Lebensraum für Tiere und Pflanzen wie der Feuer-Lilie.

Wem das Erzgebirge nicht reicht, für den gibt die Pflanzenquartiere Kaukasus, Asien, Böhmisches Mittelgebirge, Nordamerika und Alpine Flora.

Der Garten beherbergt auf gerade 1,5 Hektar etwa 1400 Arten. [1]

Obwohl letztlich alle Pflanzen unter gärtnerischer Obhut stehen, wirken die einzelnen Quartiere sehr naturnah. Der Garten wird von einem kleinen Bachlauf durchflossen, welcher zwei kleine Teiche speist und an dessen Rand Bach- und Ufervegetation wächst.

Impressionen aus dem Garten

Persönliche Favoriten

Der Garten ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, aber mich persönlich begeistert ganz besonders im Spätsommer des leuchtende Blau des Schwalbenwurz-Enzians.

Der Schellerhauer Garten deckt auch die Vorkommen der im Erzgebirge vorkommenden Bärlapparten ziemlich gut ab: Es sind der Keulen-Bärlapp, Sprossender Bärlapp, Isslers Flachbärlapp, Alpen-Flachbärlapp und Tannenbärlapp zu beobachten.

Eine weitere Besonderheit sind die Exemplare des Stengelumfassenden Knotenfußes Streptopus amplexifolius. Diese mit den Weißwurzen verwandte Pflanze gilt in Sachsen als Eiszeitrelikt. Der Knotenfuß ist eine kälteliebende Pflanze. So gibt es in Sachsen ein Vorkommen in der Nähe des Fichtelberges im Zechengrund auf ca. 1000 Metern Höhe und weitere Vorkommen im Elbsandsteingebirge. Klar, am Fichtelberg ist das Klima rau, aber in der Sächsischen Schweiz wächst die seltene Pflanze in Höhenlagen von 200 bis 400 Metern! Das ist möglich da die Vorkommen auf die tiefen schattigen Schluchten mit ihrem feucht-kühlen Klima beschränkt sind.

Weitere Angebote

Wem der Sinn nach akustischen Experimenten steht, der kann an verschiedenen Klangobjekten aus Steinen, Metall oder Holz seine musikalische Begabung zeigen.

Der Garten ist von Mai bis Oktober geöffnet. Führungen werden angeboten und Parkmöglichkeiten sind in direkter Nähe vorhanden. Es wird Eintritt erhoben (3 Euro für Erwachsene ohne Kurkarte oder andere Ermäßigung).

Botanischer Garten Schellerhau
Hauptstraße 41a
01773 Altenberg OT Schellerhau
www.botanischer-garten-schellerhau.de

Karte

Karte mit Wanderzielen Karte mit Wanderzielen

Quellen

[1] http://www.naturbewahrung-osterzgebirge.de/index.php/botanischer-garten-schellerhau.html (22.4.2017)

Botanischer Garten Schellerhau
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