Burgruine Regenstein

Burgruine Regenstein und Große Sandhöhlen

Das heutige Wanderziel bietet gleich 3 Sehenswürdigkeiten auf engem Raum. Schon bei der Urlaubsanreise fielen uns die Hinweisschilder auf die Burgruine auf. Ein späterer Blick auf die Karte verriet dann noch, dass es im näheren Umfeld gleich drei Stempel der Harzer Wandernadel zu ergattern gibt. Das machte die Sache dann noch interessanter, da rückt die Silberne Wandernadel ein deutliches Stück näher.

Prinzipiell klingt eine Burgruine nach einem attraktiven Wanderziel, da kann man eigentlich nichts falsch machen. Also hin!

Anfahrt

Dieser Teil ist kinderleicht. Höhe Blankenburg (Harz) fährt man von der B6 ab, einmal kurz ums Eck und schon erreicht man den Parkplatz unterhalb des Berges. Der Parkplatz ist kostenfrei und es gibt sogar ein Toilettenhäuschen. Hier wurde wirklich an alles gedacht!

Zu einer Burgruine geht es typischerweise bergan. Wir nehmen aber nicht die Straße, sondern rechterhand den gemütlicheren Weg durch den Wald aus Eichen und Kiefern.

Burgruine Regenstein

Kurz vor der Burg gelangt man wieder auf die Straße.

Nicht erstaunt sein, es wird Eintritt verlangt. Dafür findet man aber ein gut gepflegtes und sauberes Gelände vor, der Eintrittspreis ist letztlich gerechtfertigt.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass es sich um eine ausgedehnte Anlage handelt, auf den zweiten, dass die Burg damals auf einen Sandsteinfelsen gebaut wurde und dabei auch eine größere Anzahl Höhlen in den Fels geschlagen wurden.

Ihre Ursprünge, bzw. ihre erste Erwähnung hatte die Burg im 12. Jahrhundert.

Im 15. Jahrhundert zogen die Herrschaften von der Burg nach Blankenburg ins Schloss um und die Burg verfiel. Später – mittlerweile schreiben wir das 17. Jahrhundert – bauten die Preußen die Immobilie zu einer Festung aus und erweiterten Gelände beträchtlich. Später wurde die Burg im Siebenjährigen Krieg kurzzeitig von den Franzosen eingenommen.

Schließlich kam der Zeitpunkt, zu dem aus der Burg eine Burgruine gemacht wurde: Nach der Rückeroberung durch die Preußen sollte die Burg zerstört werden. Man fackelte nicht lange und ließ die Pulverkammer hochgehen.

Von der Burg sind in erster Linie die in den Fels gehauenen Höhlen übrig geblieben, dazu noch ein paar geschliffene Mauern und ein Stück des Bergfrieds. Man sollte also diesbezüglich nicht zu viel erwarten. Dafür entschädigt der phantastische Ausblick ins Umland.

 

Heute ist Sonntag, es ist aber nicht überlaufen. Für Kinder ist es toll, da es viel zu entdecken gibt. Aber aufpassen, trotz aller Absperrungen gibt es auf so einem Areal noch viele Unfallgefahren.

Öffnungszeiten

In der warmen Jahreshälfte ist jeden Tag geöffnet, aber von November bis März gibt es montags und dienstags Ruhetage. Bei richtigem Sauwetter werden die Tore ebenfalls geschlossen. Aber bei Sturm, Regen und kalten Temperaturen will sich vermutlich sowieso niemand auf die exponierten Burgreste stellen. Ab und zu gibt es größere Veranstaltungen mit geänderten Öffnungszeiten.

Deswegen besser vorab informieren: http://www.blankenburg-tourismus.de.

Stand 2017 kostete der Eintritt für Erwachsene 3€.

Es gibt einen Imbiss für die Burgbesucher.

Mühle Regenstein

Wir gehen die Straße zur Burg wieder hinunter und in Höhe Parkplatz nach rechts. Auf gemütlichen Wegen geht es zur Mühle Regenstein, das ganze Areal ist gut ausgeschildert.

Hier ist es so ähnlich wie bei der Burg, die Mühle ist schon lange nicht mehr vorhanden.

Sie wurde im 12. Jahrhundert errichtet, u.a. zur Versorgung der Burg. Das Wasser wurde damals über einen knapp 2 Kilometer langen Mühlgraben und zwei kurze Kunstgräben herbeigeleitet. Die Mühle bestand aus einer Mahlmühle und einer Ölmühle. Ab dem 15. Jahrhundert wurde die Mühle aufgegeben und die Anlage verfiel.

Schade, aber trotzdem gibt es etwas zu sehen: 1988 begann man mit dem Ausgraben der Anlage und rekonstruierte die beiden Wasserräder. Wie auf dem Foto zu sehen ist, sind die beiden Räder in einer Kaskade hintereinander angeordnet. Das untere, etwas größere Wasserrad gehörte zur Ölmühle, das obere zur Mahlmühle.

Auf Tafeln vor Ort werden die wichtigsten Details erklärt und es gibt einen Rastplatz. Gemütlich ist es hier und ruhig.

Große Sandhöhlen

Beim Laufen durch den Kiefernwald fühlte es sich fast an wie in den Wäldern, welche den Ostseedünen landeinwärts nachgelagert sind. Schließlich steht man sogar tief in feinem weißem Ostseesand!

Die Sandhöhlen, oder besser Sandsteinhöhlen, liegen auf einer Lichtung im Kiefernwald. Hier gibt es eine Reihe von Sandsteinfelsen, nur wenige Meter hoch, in die Höhlen eingeschlagen worden sind. Das geschah schon in grauer Vorzeit, denn die alten Germanen nutzen den Platz als Versammlungsstätte.

Es wirkt wie ein großer Sandkasten und Kinderspielplatz. Das Waldgebiet ringsum die Sandhöhlen heißt Heers. Das ist ein Hinweis darauf, dass hier früher eine Heerstraße vorbeiführte.

Auf dem Weg zwischen Regensteinmühle und Großen Sandhöhlen findet man nach einem kurzen Abstecher auch noch die Kleinen Sandhöhlen. Dort ist alles eine Nummer kleiner und nicht so spektakulär. Den kleinen Umweg sollte man aber trotzdem laufen.

Fazit

Vermutlich gehören der Regenstein und die Sandhöhlen zu den nicht allerbekanntesten Ausflugszielen im Harz. Während Hexentanzplatz und Brocken jeder kennt, ist diese Ecke eher ein Geheimtipp. Auf jeden Fall ein lohnendes Wanderziel.

Stempelstellen der Harzer Wandernadel

Stempel Harzer Wandernadel Sandhöhlen

Auf der beschriebenen Wanderung erreicht man wie schon erwähnt 3 Stempelstellen:

  • Burgruine Regenstein
    • Der Stempelkasten steht vor dem Tor, ist also auch bei geschlossenem Burgareal zugänglich.
  • Mühle Regenstein
    • Schönste Stempelstelle 2014
  • Sandhöhlen im Heers
    • Schönste Stempelstelle 2009

Karte

 

GPS-Daten

GPS-Daten Wanderung downloaden

Burgruine Regenstein und Große Sandhöhlen
Markiert in: