Forstbotanischer Garten Tharandt

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Wer Bäume mag, Bummeln oder Spazierengehen will oder die Seele baumeln lassen möchte ist hier am richtigen Ort.

Der Garten fasziniert bei jedem Besuch aufs neue, im Frühjahr gibt es farbenfrohe Blüten zu bestauen, im Herbst zeigen sich bunte Früchte und die Bäume schmücken sich mit gefärbtem Laub. Der mittlerweile zweiteilige Garten bietet auf der einen Seite altehrwürdige Bäume und im neuen Parkteil kann man vielen neu gepflanzten Miniwäldern beim Wachsen zusehen.

Doch von vorn und der Reihe nach:

Heinrich Cotta – Begründer der modernen Forstwirtschaft

Tharandt ist die Heimatstadt einer der ältesten Forstschulen der Welt. Heinrich Cotta (1763-1844) – ein bedeutender deutscher Forstwissenschaftler und Begründer der modernen Forstwirtschaft – startete hier 1811 mit einer privaten forstlichen Ausbildungsstätte. Schon im Jahr 1816 wurde die Lehranstalt vom Staat übernommen und als Königlich-Sächsische Forstakademie weitergeführt. Heute gehört die Ausbildungsstätte mit ihren forstwissenschaftlichen Fachrichtungen zur Fakultät Umweltwissenschaften der Technischen Universität Dresden.

Gründung des Forstbotanischen Gartens

Zur Unterstützung der forstlichen Ausbildung, wie der Vermittlung der Artenkenntnis, wurde von Cotta und dem Botanikprofessor Johann Adam Reum (1780-1839) frühzeitig eine Baumpflanzung angelegt. Der Garten wurde im Laufe der Zeit ständig erweitert und misst heute eine Fläche von rund 34 Hektar. Er beherbergt rund 3000 verschiedene Arten und Sorten aus allen Kontinenten. [1][2]

Der Forstbotanische Garten Tharandt ist zugleich das Sächsische Landesarboretum.

Aufgaben des Forstbotanischen Gartens

Einhunderttausend Gäste zählt der Garten jedes Jahr, wobei der neue Nordamerikateil die Attraktivität als Ausflugsziel stark erhöht hat. [3] Der Forstbotanische Garten ist aber keine normale Parkanlage und soll nicht in erster Linie zur Erbauung der Besucher dienen. Er hilft – wie schon damals – bei der akademischen Lehre, wissenschaftlichen Forschung und Umweltbildung. Wer eine Fichte nicht von einer Buche zu unterscheiden vermag, findet übrigens genug Namensschilder und Schautafeln, um seine Bildungslücken zu schließen.

Durch das Sammeln bedrohter Arten und Sippen hilft der Garten auch bei der Erhaltung biologischer Vielfalt. So gibt es im historischen Teil eine Streuobstwiese mit alten regionalen sächsischen Obstsorten. Ein weiteres Beispiel für den Erhalt von Diversität gibt es hier.

Seit 1994 gibt es den Förderverein Forstbotanischer Garten Tharandt e. V., welcher den Garten bei seiner Arbeit unterstützt.

Historischer Teil

Cotta und Reum begannen einst auf 1,7 Hektar Fläche. Sicher wären beide hochzufrieden, wenn sie heute – reichlich zweihundert Jahre später – sehen könnten, was zwischenzeitlich gewachsen und gediehen ist. Nach vielen Erweiterungen misst der ursprüngliche Forstgarten jetzt 18 Hektar.

Mehr Informationen: Forstbotanischer Garten Tharandt – Historischer Teil

Nordamerikateil

Um die Jahrtausendwende kamen weitere 15,4 Hektar für einen kompletten Nordamerikateil hinzu. Die Gipfel der Rocky Mountains und Appalachen, die Großen Seen mit dem Niagarafall, die Great Plains und der Große Salzsee können hier innerhalb von Minuten erwandert werden.

Im Unterschied zum historischen Teil werden nicht Einzelbäume, sondern die kompletten Waldgesellschaften gezeigt. Die heißen dann zum Beispiel Eichen-Tulpenbaum-Wälder oder Nordwestpazifische Wälder.

Mehr Informationen: Forstbotanischer Garten Tharandt – Nordamerika

Besucherinfo

Der historische Parkteil liegt zu einem großen Anteil an einem Berghang, zwischen ganz unten und oben liegen etwa 80 bis 90 Höhenmeter. Die Aufstiege sind zum Teil etwas mühsam, da einige der alten Wege steil und schmal sind. „Nordamerika“ befindet sich dagegen auf einer Plateaufläche. Hier sind die Wege deutlich breiter und großzügiger angelegt. Um auf den Punkt zu kommen: Wer nicht gut zu Fuß ist, ist auf dieser Seite besser aufgehoben.

Kostenlose Toiletten sind in beiden Parkteilen vorhanden.

Öffnungszeiten

Der Park ist von April bis Oktober von Montag bis Donnerstag, Samstag und Sonntag von 8:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Freitags ist normalerweise geschlossen und die Gehölze haben mal einen Tag Freizeit. Bisher war die Praxis aber so, dass an freitäglichen Feiertagen geöffnet ist. (Stand 2017)

Im Spätherbst muss man wirklich aufpassen: Ab 1. November ist der Park geschlossen. Falls Anfang November nochmal sonniges spätherbstliches Wetter geboten wird, steht man verdutzt vor verschlossenen Toren.

Wenn man sich richtig Zeit lässt und die Gehölze mit dendrologischem Interesse genauer erkunden will, ist es besser an einem Tag nur einen Parkteil zu erkunden. Trotzdem hat man dann mit Sicherheit nur einen Teil der „ausgestellten“ Arten genau angeschaut. Ansonsten bietet das weitverzweigte bald 20 Kilometer lange Wegenetz ausreichend Möglichkeiten für kurze oder lange Spaziergänge. Wer naturbegeistert ist, kommt sowieso immer wieder.

Aktuelle Informationen, auch zu den Öffnungszeiten der beiden Shops gibt es hier:

 https://info.forstpark.de/

Kostenloser Eintritt

Der Eintritt in den Forstbotanischen Garten ist kostenlos, es wird aber um eine Spende gebeten. Da im ganzen Park sichtlich sehr viel Arbeit und regelmäßige Pflege steckt, fällt es leicht einen Obolus zu geben.

Am Eingangstor des Erweiterungsteils wartet dieser freundliche Zeitgenosse und bittet um eine Gabe. Keine Angst, der schaut nur etwas grimmig, tut aber nichts.

Aussichtsturm und Totempfahl
Aussichtsturm und Totempfahl

Speziell bei goldenem Oktoberwetter ist der Forstpark ein wahrer Publikumsmagnet. Dann strömen Unmengen von Besuchern durchs Tor nach Nordamerika. Die Parkplatzsituation ist dann am Wochenende etwas angespannt.

Forstbotanischer Garten Tharandt/ Sächsisches Landesarboretum
Am Forstgarten 1
01737 Tharandt
https://info.forstpark.de/

Übersichtskarte

Karte mit Wanderzielen Karte mit Wanderzielen

Quellen

[1] Faltblatt „Ein kurzer Gartenführer“

[2] https://tu-dresden.de/bu/umwelt/fb_garten

[3] Andreas Roloff, Ulrich Pietzarka: Der Forstbotanische Garten Tharandt – Sächsisches Landesarboretum: Ein Gartenführer. TU Dresden, S. 11

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