Bau eines Moorbeetes

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Beim Gartenteich kann man pauschal sagen, je größer und tiefer, umso besser. Ein Moorbeet hingegen benötigt keine Mindestgröße, um vernünftig „funktionieren zu können“. Aber allein schon anhand der begrenzten Zahl der infrage kommenden Pflanzenarten muss man es nicht übertreiben. Ferner kann man den Boden im Moorbeet nicht betreten. Man wird zwar nicht als Moorleiche enden, aber der nasse Boden ist nicht vernünftig begehbar. Man kommt bei Pflegearbeiten also nur vom Außenrand ran.

Den richtigen Standort wählen

Der ideale Standort ist sonnig bis halbschattig, aber niemals im vollen Schatten. Im echten Moor wachsen aufgrund der Nährstoffarmut und Nässe schließlich auch keine hohen Bäume, welche alles verdunkeln. Volle Sonne ist insofern ein Nachteil, dass das Beet schneller austrocknet, dann ist der Gießaufwand höher (immer dran denken, dafür benötigt man besten Regenwasser oder optional kalkfreies Leitungswasser). Unter Bäumen ist auch der herbstliche Laubfall und der damit einhergehende Nährstoffeintrag zu beachten.

Arbeitsschritte

Der Aufbau ähnelt prinzipiell dem Bau eines Gartenteiches, aber der Reihe nach.

Zuerst muss das Loch gebuddelt werden. Das muss man wohl nicht erklären. In der Moorbeetgrube stehen ein paar umgestülpte Eimer?! Das wird weiter unten erklärt.

Loch für Moorbeet
Loch für Moorbeet

Zuerst kommt ein Fließ in die Grube, welches Wurzeln davon abhalten soll durch die Kunststofffolie zu pieksen, bzw. um Wühlmäuse von der Folie fernzuhalten.

Loch für Moorbeet mit Fließ
Loch für Moorbeet mit Fließ

Zum Auslegen der Folie sucht man sich am besten einen warmen sonnigen Tag aus, damit die schwarze Folie nach einem kleinen Sonnenbad schön weich wird und sich besser verlegen lässt.

Trotzdem möchte man am liebsten gar nicht wieder mit Fluchen aufhören. Was bei einem Gartenteich mit seinen eher sanft auslaufenden Uferbereichen noch relativ einfach ist, wird bei einem kleinen steilen Loch schon komplizierter. Man glaubt kaum, wie viele Falten solch ein störrisches Stück Kunststoff werfen kann! Freunde exakter geometrischer Formen werden schier verzweifeln.

Noch ein kleiner Tipp: Vor einem beherzten Sprung in die Grube sollte man kontrollieren, ob man spitze Steinchen im Schuhprofil hat. Sonst ist die Folie vielleicht schon beschädigt, bevor sie jemals Torf gesehen hat.

Loch für Moorbeet mit Teichfolie
Loch für Moorbeet mit Teichfolie

Hier stehen jetzt wieder die Eimer drin. Sie werden als Wasserreservoir dienen und uns helfen Torf zu sparen. In die Böden der Eimer werden einige große Löcher gebohrt, damit eingeschlossene Luft entweichen kann. Nun können sie voll Wasser laufen und der aufsummierten Eimervolumina entsprechend spart man eine Menge Torf.

Loch für Moorbeet mit Teichfolie und Eimer-Wasserspeichern
Loch für Moorbeet mit Teichfolie und Eimer-Wasserspeichern
Loch für Moorbeet mit Torf
Loch für Moorbeet mit Torf

Zur Füllung des Moorbeetloches verwenden wir Weißtorf, welcher noch nicht stark zersetzt und sehr fasrig ist. Das Zeug kommt staubtrocken aus dem Beutel und verhält sich regelrecht wasserabweisend. Wenn man erst den Torf ins Beet füllt und dann Wasser hinterherschüttet tut man sich keinen Gefallen. Deswegen muss der Torf eimerweise oder in einer Schubkarre gewässert werden und dann kommt er ins Beet.

Loch für Moorbeet mit Torf
Loch für Moorbeet mit Torf

Die überstehenden Reste der Folie schneiden wir vorerst nur sehr reichlich ab.

Nun ein paar Tage warten, damit sich das Substrat setzen kann. Dann ist vielleicht noch eine weitere Fuhre Torf notwendig. Irgendwann hat sich dann alles gesetzt und auch die überstehende Folie kann jetzt exakt abgeschnitten werden.

Eine gute Idee für Leute mit Ausdauer und langem Atem wäre, das Moorbeet im Herbst anzulegen. Gepflanzt wird dann im Frühjahr.

So, nun können die Pflanzen rein: Zum Beitrag „Pflanzen für das Moorbeet“