Unser Garten liegt in der Nähe von Freiberg am Fuße des Erzgebirges.

Böse Zungen behaupten, dass es – zumindest etwas weiter oben – im Erzgebirge nur zwei Jahreszeiten gäbe: Den Winter und den strengen Winter. Ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht, aber der Unterschied zum Klima im Dresdner Elbtal lässt sich speziell im Frühjahr nicht verleugnen.

Aus einer monotonen Rasenfläche entstand im Verlauf vieler Jahre ein bunter Garten mit „normalen“ Beeten, einer Blumenwiese, einem kleinen Gartenteich und einem noch viel kleinerem Moorbeet.

In früheren Zeiten war ein Garten eine reine Nutzfläche – irgendwas musste ja auf den Tisch kommen. Es gibt zwar ein paar Obststräucher, -bäume und Kräuter …

… aber unser Garten soll zuallererst Entspannung vom Alltagsstress und eine kreative Beschäftigung bieten. Man kann das Wachsen, Gedeihen und Vergehen beobachten. Die Bewegung im Freien, die Düfte der Blüten und Kräuter und die Farben der Blumen stehen im Vordergrund.

Wie sagte Bertrand Russell so schön:

„Wenn ich mit intellektuellen Freunden spreche, festigt sich in mir die Überzeugung, vollkommenes Glück sei ein unerreichbarer Wunschtraum. Spreche ich dagegen mit meinem Gärtner, bin ich vom Gegenteil überzeugt.“

Es darf auch mal was wachsen, das woanders weggejätet würde.

Besonders schön ist es, wenn in der Natur gesammelte Samen aufgehen und irgendwann ein kleines Pflänzchen so groß ist, dass man es auspflanzen kann. So kam unter anderem die Bärwurz Meum athamanticum in den Garten.
Der weiße Doldenblütler hat einen kräftigen würzigen Geschmack und ist eine Charakterart der Erzgebirgswiesen.

Rückschläge gibt es ebenfalls leider zur Genüge. Oft genug wundert man sich, ob einer Stelle im letzten Jahr nicht was gewachsen ist, wo jetzt nur nackte Erde zu finden ist.

Auch die Tierwelt fühlt sich wohl, wenn sie nicht nur Einheitsgrün antrifft.