Das Nationale Naturreservat Soos in Tschechien

Das Nationale Naturreservat Soos in Tschechien

Ein Hauch von Yellowstone im Egerbecken

Soos ist ein Moorgebiet in Tschechien, welches durch seine etwa 200 Mineralquellen und Mofetten bekannt ist. Es ist seit 1964 als Nationales Naturreservat auf einer Fläche von 221 Hektar unter Schutz gestellt.

Eingang zum Naturschutzgebiet Soos
Eingang zum Naturschutzgebiet Soos

Es befindet sich im Egerbecken, einem Naturraum im Nordwesten Tschechiens. Das Gebiet, welches nach der Stadt Cheb (Eger) benannt ist, ist wiederum Teil des Egergrabens, welcher südlich und parallel zur Abbruchkante des Erzgebirges liegt.

Der südwestliche Teil des Egergrabens (Namensgeber ist hier der Fluss) ist teilweise noch vulkanisch aktiv. So gibt es zahlreiche heiße Mineralquellen bspw. in Franzensbad, Marienbad oder Karlsbad. In Nordböhmen und im nördlich angrenzenden Vogtland treten auf Grund tektonischer Bewegungen immer wieder Erdbeben in Form von Schwarmbeben – vielen kleinen in großer Zahl auftretenden Mikrobeben – in Erscheinung.

Das abflusslose Soosbecken hat eine Ausdehnung von 2200 mal 1400 Metern und ist von im Norden und Süden von zwei Bächen begrenzt.

Kieselgurablagerungen

Durch die Mineralquellen, die Abdichtung durch tertiäre Tone und die Muldenform des Geländes bestanden günstige Voraussetzungen für die Entstehung eines Moores. In den durch die Quellen gespeisten Seen wachsen Kieselalgen (Diatomeen). Kieselalgen sind Einzeller mit einer Zellenhülle, welche hauptsächlich aus Siliziumdioxid SiO2 besteht.

Die Schalen der abgestorbenen fossilen Kieselalgen haben sich als Kieselgur oder Diatomeenerde abgelagert. Im Soos ist dadurch eine Kieselgurschicht entstanden, die bis zu 7,5 Meter mächtig ist. Durch die speziellen Bodenverhältnisse wachsen hier Pflanzen, welche man eher man Meer vermuten würde: Salzpflanzen, auch Halophyten genannt.

  • Strand-Dreizack Triglochin maritima
  • Kleinblütige Schwarzwurzel Scorzonera parviflora
  • Strand-Milchkraut Glaux maritima
  • Salz-Schuppenmiere Spergularia salina

Es gibt aber auch Bereiche, in denen gar kein Pflanzenwuchs mehr möglich ist.

Was ist nun eine Mofette?

Eine Mofette ist ein natürlicher Austrittspunkt von Kohlendioxid (CO2). Fälschlicherweise werden die Mofetten im Soos manchmal als Schlammvulkan bezeichnet. Je nach Umgebung kann das Kohlendioxid aus einer trockenen Quelle austreten oder – wie hier – aus den Mineralquellen. Im sächsisch-bayrisch-böhmischen Grenzland gibt es noch weitere Vorkommen, wie bspw. die bekannte Bublák-Mofette.

Das ausgestoßene Gas kann auch Spuren von Helium enthalten. Da das Gas ursprünglich aus großen Tiefen stammt, wird wissenschaftlich untersucht, ob das Verhältnis der Helium-Isotopen im Mofettengas Hinweise auf die vulkanische Aktivität im Untergrund enthält.

An den Austrittstellen des Gases ist das Pflanzenwachstum gehemmt, kleinere Tiere werden manchmal Opfer der hohen Gaskonzentrationen.

Zugang zum Naturschutzgebiet Soos

Das Moor ist durch Holzstege erschlossen. Auf einem Lehrpfad zeigen verschiedene Tafeln – auch in deutscher Sprache – Informationen zur Geologie, Flora und Fauna des Gebietes.

In der kleinen Ortschaft Nový Drahov befinden sich Parkmöglichkeiten und eine kleine Ausstellung zur lokalen Natur und Erdgeschichte. Dort ist auch der Zugang zum Naturschutzgebiet, im Winter ist das Moor „geschlossen“.
Es wird zwar ein Eintrittsgeld erhoben, dafür bekommt man u.a. auch den Weg übers Moor geboten, ohne den man das Gebiet zumindest nicht trockenen Fußes erkunden könnte.

Karte

 

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