NSG Am Galgenteich Altenberg

NSG Am Galgenteich Altenberg

Heute war der größte Orchideenbestand Sachsens das Wanderziel. Er ist in Altenberg in der Nähe der Galgenteiche zu finden. Parken kann man am Sportplatz an der Rehefelder Straße oder beim Campingplatz erreichbar von der B170 aus.

Galgenteiche

Die zwei Galgenteiche wurden im 16. Jahrhundert als Wasserspeicher für den Altenberger Zinnbergbau angelegt. Der Kleine Galgenteich ist heute ein Naturbad. Der Große Galgenteich dient zusammen mit dem unterhalb gelegenen Speicher Altenberg der Trinkwasserversorgung. Der Speicher Altenberg ist deutlich jünger und wurde erst ab 1988 erbaut und hatte den Probestau 1992.

Orchideen lösen Biathlon ab

Hier, neben Speicher und Galgenteichen, befand sich ab den 1960er Jahren eine Biathlonanlage. In den Achtzigern erfüllte die Anlage nicht mehr die geforderten Ansprüche und wurde zurückgebaut. Die heutige Skisportanlage befindet sich im Wald zwischen Kahleberg und Lugstein.

Ein paar Jahre später fand man Anfang der 90er Jahre auf der zurückgebliebenen Brachfläche die ersten Orchideen und schon 1997 wurde eine Fläche von 13,7 Hektar als Naturschutzgebiet gesichert. Unter Schutz steht ein Mosaik von Bergwiesen, Borstgrasrasen und Feucht- und Nasswiesen, welches auf den nährstoffarmen Böden entstanden ist. Im Gelände wurden auch einige kleine Tümpel angelegt, welche Amphibien als Laichgewässer dienen.

Bergwiese mit Breitblättrigem Knabenkraut
Bergwiese mit Breitblättrigem Knabenkraut

Der “Star” unter den Pflanzen ist das Breitblättrige Knabenkraut Dactylorhiza majalis, welches manche Stelle in kräftiges Lila färbt. Laut Internet und Literatur tummeln sich hier bis zu 50000 (!) Orchideen. Eine wahre Pracht!

Breitblättriges Knabenkraut

Das Breitblättrige Knabenkraut oder auch Breitblättrige Kuckucksblume ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit Wuchshöhen von 20 bis 40cm.

Die lanzettlichen Blätter sind fast immer gefleckt. Der dichte ährenförmige Blütenstand besteht aus 10 bis 40 Einzelblüten. Die Blüten sind purpurviolett bis purpurrot gefärbt. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni.

Das Breitblättrige Knabenkraut wächst sehr variabel – Blütenfarbe und -form, sowie die Fleckung der Blätter können sich stark unterscheiden.

Weitere botanische Besonderheiten

Doch ebenso beeindruckend sind die hier zu sehenden riesigen Bestände des Wald-Läusekrauts Pedicularis sylvatica und des Gemeinen Fettkrautes Pinguicula vulgaris. Beeindruckend an sich ist auch die Tatsache, dass innerhalb weniger Jahre auf einer von Menschen gemachten öden Brachfläche eine solche Pflanzenpracht entstehen konnte.

Wald-Läusekraut

Das eher unscheinbare Wald-Läusekraut ist eine zweijährige Pflanze mit Wuchshöhen von 10 bis 20cm. Die rosaroten Blüten zeigen sich von Juni bis Juli.

Läusekräuter – weltweit gibt es etwa 600 Arten – sind Halbschmarotzer, welche die Wurzeln ihrer Wirtspflanzen anzapfen und sich so zusätzlich Wasser und Nährstoffe beschaffen. Allerdings betreiben sie weiterhin selbst Photosynthese und stellen ihre benötigten Nährstoffe auch selbständig her, daher der Begriff Halbschmarotzer.

Gemeines Fettkraut

Die Fettkräuter sind eine Gattung fleischfressender Pflanzen. Die in Rosetten auf dem Boden aufliegenden klebrigen Blätter können kleine Insekten wie Trauermücken und Ameisen oder Spinnen fangen. Angewehter Pollen kann ebenso haften bleiben. Über Enzyme, welche die Pflanze abgibt, werden die Insekten im Anschluss verdaut. Die Verdauungsprodukte können von den Blättern aufgenommen werden. Dadurch gelangen die Pflanzen an Nährstoffe, welche die kargen Böden ihres Lebensraumes nicht bieten können. Die Wurzeln sind nur schwach ausgebildet, da die Nährstoffe nicht aus dem Boden gezogen werden.

Die Blütenstiele wachsen 5 bis 15cm hoch. Die Pflanze blüht von Mai bis Juni, die violetten gespornten Blüten tragen einen weißen Schlundfleck. Die fleischigen Blätter sind gelblich-hellgrün bis sattgrün gefärbt und an den Seiten leicht eingerollt.

Fettkräuter sind oft auch im Baumarkt erhältlich. Hier handelt es sich aber um Hybriden mittelamerikanischer Arten.

Ferner gibt es im Gebiet:

Häufig ist auch die Bärwurz, die Charakterart der Erzgebirgswiesen.

Großes Zweiblatt

Das Große Zweiblatt, ein weiterer Vertreter aus der Familie der Orchideen, erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60cm. Knapp oberhalb des Bodens trägt ein aufrechter unverzweigter Stängel zwei kräftige breite eiförmige, gegenständige Blätter, welche der Pflanze ihren Namen gaben.

Die unscheinbaren grünen oder gelblich-grünen zwanzig oder mehr Einzelblüten sind traubenartig angeordnet. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.

Die Orchidee ist eher unauffällig und kann leicht übersehen werden.

Wanderungen im NSG

Durch das NSG gibt es einen kleinen Rundwanderweg, so dass man das Gebiet erkunden kann ohne etwas kaputt zu latschen. Einige Standorte sind frisch entbuscht worden, mal sehen wie die Pflanzen die neuen lichten Flächen annehmen werden.

Karte

Karte mit Wanderzielen Karte mit Wanderzielen
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