Echter Seidelbast

auch Gewöhnlicher Seidelbast oder Kellerhals

Wissenschaftlicher Name: Daphne mezereum

Familie: Seidelbastgewächse Thymelaeaceae

Beschreibung

Der Echte Seidelbast ist ein sommergrüner, langsam wachsender wenig verzweigter Strauch mit Wuchshöhen von 40 bis 120cm.

Die attraktiven rosa Blüten erscheinen von Februar bis April noch vor dem Laubaustrieb. Die büschelig angeordneten Blüten sitzen direkt an den Stängeln auf. Mit diesem Verhalten ist der Echte Seidelbast die einzige stammblütige Art Mitteleuropas (Kauliflorie = Stammblütigkeit von Pflanzen.).

Die Zweige sind mit kleinen Korkwarzen besetzt. Die Blätter sind lanzettlich und stehen an den Enden der Zweige.

Verbreitung

Der seltene Strauch ist in Laubmischwäldern mit nährstoffreichen, kalkhaltigen, wechselfeuchten Böden zuhause. Die Exemplare auf den Fotos wurden allesamt entlang von Bach- und Flussläufen aufgenommen.

Der Seidelbast ist in Europa (ohne äußerster Westen und Norden) und bis nach Asien verbreitet. In Deutschland findet man die Pflanze hauptsächlich in der Alpenregion und in den Mittelgebirgen.

Verwendung

Aufgrund seiner hübschen, schon sehr früh im Jahr erscheinenden Blüten wird der Echte Seidelbast auch als Zierpflanze eingesetzt, einige Sorten sind in Kultur. Er verträgt Schatten bis Halbschatten, sollte aber bei längeren Trockenperioden gewässert werden. Aber Achtung: Der Strauch ist in allen Teilen stark giftig, insbesondere die etwa erbsengroßen roten Beeren. Schon ein Dutzend Beeren sind für einen Erwachsenen tödlich, bei Kindern entsprechend noch weniger! Das Gift ist auch stark hautreizend (Arbeitshandschuhe im Garten!). Von Vögeln können die Früchte übrigens gefressen werden ohne Schaden zu nehmen.

Früher wurde die Pflanze auch als Heilpflanze eingesetzt.

Der Seidelbast ist als seltener und unscheinbarer Kleinstrauch – ganz besonders nach der Blüte – nur schwer zu finden. Siehe bspw. Foto 1, aufgenommen an einem Standort im Tal der Freiberger Mulde bei Roßwein:

zurück zur Übersichtsseite Laubgehölze