Fliegen-Ragwurz

Wissenschaftlicher Name: Ophrys insectifera

Familie: Orchideengewächse Orchidaceae

Die zierliche, fast unscheinbare Orchidee wächst 15 bis 40 cm hoch, Blütezeit ist von Mitte Mai bis Anfang Juli. Sie wächst auf Magerrasen, Trockenrasen und in lichten Kiefernwäldern. In den Kalkgebieten ist sie noch relativ häufig zu finden.

Die Fliegen-Ragwurz ahmt mit ihrer Blüte weibliche Insekten nach. Doch nicht nur die Form soll Interessenten ködern. Um die Attrappe perfekt zu machen, verströmen die Blüten Sexualduftstoffe.

Insekten-Männchen lassen sich in Erwartung eines paarungsbereiten Weibchens anlocken. Irgendwann fällt dem veralberten Verehrer der Betrug auf, er fliegt weiter und lässt sich von der nächsten Fliegen-Ragwurz verführen. Mit dem Verschleppen der Blütenpollen werden die Orchideen bestäubt. Und schon ist die Rechnung der Fliegen-Ragwurz aufgegangen!

Orchidee des Jahres 2003

Viele Orchideenarten sind selten geworden oder gar vom Aussterben bedroht. Trotzdem werden noch immer wertvolle Flächen, auf denen noch Orchideen wachsen, dem Straßen- oder Wegebau geopfert. Durch Nutzungsänderungen wie Aufforstung, Beweidung, Abtorfung, Düngung und landwirtschaftliche Nutzung gehen weitere Orchideenpopulationen – teils aus Unwissenheit, teils aus Ignoranz – zu Grunde.

Leider werden die heimischen Orchideen auch oft von sogenannten Naturfreunden ausgegraben. Im heimischen Garten finden die Pflanzen aber nur sehr selten die Wachstumsbedingungen, welche sie benötigen; sie verkümmern und gehen schließlich ein. Viele Vorkommen seltener Pflanzen sind auf diese Art schon regional ausgerottet worden.

Auch jeder Orchideenfreund, der „nur mal ganz kurz und auch nur diese eine einzige“ Pflanze aus der Nähe betrachten möchte und dabei die Wege verlässt, tut den Pflanzen nicht Gutes. Schnell entsteht dann quer durch ein kostbares und schützenswertes Biotop ein Trampelpfad, welcher von einer Orchidee zur nächsten führt. Dabei werden nicht nur junge Pflänzchen niedergetreten, allein die Verdichtung des Bodens ist den Pflanzen abträglich.

Aber was, wenn eine Orchidee zu weit vom Weg entfernt wächst, um sie formatfüllend aufnehmen zu können? Tja, dann muss man eben auf die Aufnahme eines Fotos verzichten und man erfreut sich aus „sicherer“ Entfernung ohne fotografische Erinnerung an den schönen und seltenen Wildblumen!

Doch selbst die Orchideen, welche nicht direkt durch „Naturfreunde“, Straßenbau, Landwirtschaft oder in unsere verbliebene Restnatur hineinwuchernden menschlichen Siedlungen bedroht sind, blühen nicht gänzlich ungefährdet. Auch sie sind den Einträgen von Schadstoffen und Dünger (viele Arten bevorzugen nährstoffarme Böden) aus Luft ausgesetzt. Die Änderung des Klimas (z.B. veränderte Niederschlagsmengen) kann ebenfalls die letzten Orchideenbiotope schädigen.

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