Gemeines Fettkraut

Gemeines Fettkraut

oder Echtes Fettkraut

Wissenschaftlicher Name: Pinguicula vulgaris
Familie: Wasserschlauchgewächse Lentibulariaceae

Fleischfressende Pflanze

Die Fettkräuter sind eine Gattung fleischfressender Pflanzen (auch carnivore Pflanzen genannt). Es gibt etwa 85 Arten von denen die meisten allerdings in Mittelamerika vorkommen.

Die in Rosetten auf dem Boden aufliegenden klebrigen Blätter können kleine Insekten wie Trauermücken und Ameisen oder Spinnen fangen. Angewehter Pollen kann ebenso haften bleiben. Über Enzyme, welche die Pflanze abgibt, werden die Insekten im Anschluss verdaut. Die Verdauungsprodukte können von den Blättern aufgenommen werden. Dadurch gelangen die Pflanzen an Nährstoffe, welche die kargen Böden ihres Lebensraumes nicht bieten können. Die Wurzeln sind nur schwach ausgebildet, da die Nährstoffe nicht aus dem Boden gezogen werden.

Beschreibung

Die Blütenstiele wachsen 5 bis 15cm hoch. Die Pflanze blüht von Mai bis Juni, die violetten gespornten Blüten tragen einen weißen Schlundfleck. Die fleischigen Blätter sind gelblich-hellgrün bis sattgrün gefärbt und an den Seiten leicht eingerollt.

Das Fettkraut ist mehrjährig und wächst auf nassen Böden in Quell- und Flachmooren oder an Quellaustritten. Es überwintert mit Hilfe einer Winterknospe (Hibernakel = vegetatives Dauerstadium zur Überwinterung).

Die Pflanze ist in Europa, Russland und Nordamerika verbreitet. In Deutschland liegen die Verbreitungsschwerpunkte in den Alpen, im Alpenvorland und den Mittelgebirgen. In Deutschland ist von den Pinguicula-Arten nur noch das Alpen-Fettkraut Pinguicula alpina verbreitet.

In Deutschland ist das Gemeine Fettkraut gefährdet und durch Bundesartenschutzverordnung geschützt.

Das Gemeine Fettkraut wurde früher als Heilpflanze bei aufgesprungener Haut oder bei Verstopfungen genutzt.

Fettkräuter sind oft auch im Baumarkt erhältlich. Hier handelt es sich aber ziemlich sicher nicht um die heimische winterharte Art, sondern Hybriden der mittelamerikanischen Arten. Wer diese Pflanzen im Moorbeet einsetzen will, muss sie vermutlich im Haus überwintern.

NSG Am Galgenteich Altenberg
Gärtnerische Verwendung: Moorbeet im Garten

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