Schwarz-Erle

Wissenschaftlicher Name: Alnus glutinosa

Familie: Birkengewächse Betulaceae

Die Schwarz-Erle ist ein sommergrüner Baum, welcher 10 bis 25 Meter hoch werden kann und oft schon vom Boden her mehrstämmig wächst. Ihren Namen verdankt sie der schwarzen Rinde der älteren Bäume. Die Blätter sind rundlich mit einer charakteristischen Einbuchtung an der Blattspitze.

Die Schwarz-Erle ist in ganz Europa zu Hause, mit Ausnahme von Nordskandinavien und höheren Gebirgslagen. Wer Schwarz-Erlen sucht, wird schnell an den Ufern von Bächen und kleinen Flüssen fündig. Die Schwarz-Erle ist als Spezialistin für nasse Standorte aber ebenso in Sümpfen, Niederungs- und Bruchwäldern beheimatet.

Die Schwarz-Erle hat die Fähigkeit über ihre oberirdischen Bestandteile das Wurzelsystem und das umgebende Erdreich mit Luftstickstoff zu versorgen. So kommt sie mit den für andere Bäume widrigen Bedingungen sehr gut zurecht. Siehe Foto mit Stickstoffknollen unten.

 

Das Holz ist sehr hart und wird für Möbel, Furniere, Spanplatten, Modellbau und als Schnitz- und Drechselholz verwendet. Aufgrund der Widerstandsfähigkeit gegen Wasser kann es für Pfahlgründungen von Wasserbauten benutzt werden.

Die Schwarz-Erle ist durch Entwässerungsprojekte (Grundwasserabsenkungen), aber auch Uferbegradigungen und Abholzung von Ufergehölzen gefährdet. Unsinnig, da gerade die Erle durch ihr tief reichendes Wurzelsystem bestens zum Sichern von Ufern gegen Erosion durch Hochwässer geeignet ist.

Das frische Erlenholz ist rotgefärbt, dadurch kommt Alnus glutinosa zu ihrem zweiten deutschen Namen Rot-Erle. Aufpassen bei der Verwendung dieses Namens: Die 12 bis 20 Meter hoch wachsende Amerikanische Rot-Erle Alnus rubra ist im westlichen Nordamerika heimisch und darf nicht mit unserer einheimischen Schwarz/Rot-Erle verwechselt werden.

Die Erlen gehören zur Gattung der Birkengewächse.

Weitere Erlen-Arten

Eine Verwandte ist die Grau-Erle oder Weiß-Erle Alnus incana. Sie ist ebenfalls eine gewässerbegleitende Baumart und wird – ebenfalls oft mehrstämmig wachsend – 10 bis 20 Meter hoch. Ihre Rinde ist hellgrau (Name!).

Die Grün-Erle Alnus viridis, welche in Mittel- und Hochgebirgen zu Hause ist, wird u.a. als Schutz gegen Erd- und Steinrutsche und Lawinen angepflanzt. Sie ist ein 1 bis 3 Meter hoher reichästiger Strauch.

Baum des Jahres 2003

Die Schwarz-Erle wurde 2003 zum Baum des Jahres gekürt. Sie ist zwar kein seltener Baum, aber ihre Lebensräume und damit letztlich auch die Erle selbst, sind gefährdet.

Sümpfe und Erlen-Bruchwälder sind durch Entwässerungsmaßnahmen bedroht. Bei dieser „Baum des Jahres“-Wahl wird also nicht nur auf die Schwarz-Erle aufmerksam gemacht, sondern auch auf die vielen weiteren seltenen Tier- und Pflanzenarten, welche durch entwässerte und zerstörte Feuchtgebiete ihre Lebensräume und -grundlagen verlieren.

Seit einigen Jahren hat die Schwarz-Erle neben dem Menschen noch einen weiteren Feind: Ein pilzähnlicher Organismus, welcher über die Rinde in den Baum eindringt und ihn binnen weniger Jahre zerstören kann. Leider kann der Parasit im Wasser überleben und hat so beste Ausbreitungsmöglichkeiten.

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