Torfmoos

oder Bleichmoos

Wissenschaftlicher Name: Sphagnum sp.

Familie: Sphagnaceae

Beschreibung

Torfmoose sind eine Gattung der Moose innerhalb der Abteilung der Laubmoose Bryophyta, sie sind wurzellos und können praktisch unbegrenzt nach oben wachsen. Torfmoose wachsen verzweigt, wobei die kleinen nach unten gebogenen Ästchen an der Spitze dichter und kopfartig wachsen.

Die einzelnen Moospflänzchen stehen in Polstern eng beisammen und stützen sich gegenseitig. Die unteren Pflanzenteile sterben dabei ab und bilden Torf. Torfmoose sind dadurch als wichtige Torfbildner maßgebend an der Entstehung von Hochmooren beteiligt.

Torfmoos
Torfmoos

Torfmoos kann das 20- bis 30-fache seines Trockengewichts an Wasser aufnehmen. In Trockenphasen tolerieren sie auch ein kurzfristiges Austrocknen. Durch die helle Farbgebung während der Austrocknung werden sie auch Bleichmoose genannt.

Die meisten Arten sind grün, es gibt aber auch Arten, welche eher bräunlich oder rötlich gefärbt sind.

Verbreitung

Torfmoose wachsen in Hoch- und Niedermooren, feuchten Wäldern, an Bächen und Quellen und in sumpfigen Wiesen.

Entstehung von Hochmooren

Eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung eines Hochmoores ist ein ausreichend feuchtes und kühles Klima. Da Hochmoore in erster Linie durch Regenwasser gespeist werden, muss die Niederschlagsmenge entsprechend hoch sein. Es muss mehr Regenwasser fallen, als verdunsten oder abfließen kann. Hochmoore werden deswegen auch Regenmoore genannt.

Ein Niedermoor, es entsteht bspw. bei der Verlandung eines Gewässers, ist oft ein Ausgangsstadium für die Entstehung eines Hochmoores. In einem Niedermoor hat das speisende Wasser noch einen Kontakt zu den nährstoffreichen Böden der Umgebung.

Die Torfmoose können bei entsprechenden Bedingungen dicke Polster bilden. Die unteren Pflanzenteile sterben aus Licht- und Luftmangel ab (siehe Foto oben). Bedingt durch den hohen Wasserstand und dem damit verbundenen Luftabschluss kommt es aber nur zu einer unvollständigen Verrottung. Die unteren abgestorbenen Pflanzenteile werden zu Torf.

Wachstum von Torfmoos
Wachstum von Torfmoos

Durch das Absterben der unteren Pflanzenteile und deren Vertorfung wächst der Boden und damit das Moor in die Höhe. Dadurch entfernt sich die Mooroberfläche immer weiter vom Grundwasser und dem Mineralbodensubstrat und damit den verfügbaren Nährstoffen. Letztlich wird das Moor fast nur noch von nährstoffarmen Regenwasser, Tau und Nebel durchfeuchtet. Je höher der Torfkörper wächst, desto weniger haben die feuchtigkeitsliebenden Pflanzen, welche einen höheren Bedarf an Nährstoffen haben, eine Chance.

Durch das Wachstum der Torfmoose wölbt sich das Hochmoor leicht nach oben aus der Landschaft (Uhrglaswölbung).

Die Torfmoose sind in der Lage dem Regenwasser die wenigen Nährstoffe zu entziehen und zu speichern. Dadurch steigt der Säuregehalt des umgebenden Wassers (durch Abgabe von Wasserstoff-Ionen). In diesem sauren Milieu können nur die Torfmoose selbst und einige wenige andere Pflanzenarten leben. Dadurch halten sich die Torfmoose Konkurrenzpflanzen auf Abstand.

Die Nährstoffarmut im Moor führt zu einer geringen Artenvielfalt mit spezialisierten Pflanzen. Nur sehr anspruchslose Pflanzen können noch existieren, wobei einige Pflanzen sich durch eine carnivore (fleischfressende) Lebensweise helfen.

Pflanzen neben Torfmoosen:

Ein intaktes Hochmoor wächst pro Jahr etwa einen Millimeter in die Höhe. Seine Entstehung ist also selbst unter günstigen Bedingungen ein Prozess, welcher Jahrtausende andauert. Die einzelnen Torfmoose wachsen zwar zehn Zentimeter oder mehr pro Jahr, allerdings verdichtet sich die Pflanzenmasse beim Vertorfen auf etwa einen Millimeter Höhe.

Die Hochmoore bei uns in Mitteleuropa konnten erst nach dem Ende der letzten Eiszeit entstehen, nachdem sich der Eisschild zurückgezogen hatte. Unsere Hochmoore können deswegen maximal Torfkörper von 8 bis 10 Metern Mächtigkeit erreichen.

In Deutschland finden sich Hochmoore vorwiegend in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, der Alpenregion und den höheren Lagen der Mittelgebirge.

Schwarzes Moor (Rhön)

Rotes Moor (Rhön)

 Das Hochmoor bei Gottesgab (Boží Dar)

Verwendung und Gefährdung

Die Torfmoose sind an sehr spezielle Lebensräume wie Feuchtgebiete und Moore gebunden. Durch die Zerstörung dieser Lebensräume sind auch die Torfmoose gefährdet.

Torfmoos findet Verwendung als

  • Brennmaterial
  • Pflanzsubstrat, Beimischung in Blumenerden zur Verbesserung des Wasseraufnahmevermögens
  • Baumaterial
  • Badetorf (siehe auch Rotes Moor (Rhön)).

Moore werden durch Entwässerung und anschließende Aufforstung oder Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzfläche zerstört.

Arten

Weltweit werden etwa 300 Arten unterschieden, wobei die genaue Anzahl stark umstritten ist.

In Deutschland kommen etwa 35 verschiedene Arten vor.

Die einzelnen Arten sind nur sehr schwer voneinander zu unterscheiden.

Magellans Torfmoos

oder Mittleres Torfmoos

Wissenschaftlicher Name: Sphagnum magellanicum

Familie: Torfmoose Sphagnaceae

Hain-Torfmoos

auch Spitzblättriges Torfmoos oder Haarblättriges Torfmoos

Wissenschaftlicher Name: Sphagnum capillifolium (alt: nemoreum)

Familie: Torfmoose Sphagnaceae

Russows Torfmoos

oder Derbes Torfmoos

Wissenschaftlicher Name: Sphagnum russowii

Familie: Torfmoose Sphagnaceae

Weitere Fotos

Moorbeet im Garten

 

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Quellen

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Torfmoose

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Regenmoor