• Gemeiner Wacholder mit Beerenzapfen
    Gemeiner Wacholder mit Beerenzapfen

Nadelhölzer Coniferales

Systematik der Nadelhölzer

  • Samenpflanzen Spermatophyta
    • Nacktsamer Gymnospermae
      • Palmfarne Cycadophyta
      • Ginkgopflanzen Ginkgophyta
      • Koniferen oder Nadelhölzer Coniferales
        • Araukariengewächse Araucariaceae
        • Kopfeibengewächse Cephalotaxaceae
        • Zypressengewächse Cupressaceae
        • Kieferngewächse Pinaceae
        • Steineibengewächse Podocarpaceae
        • Schirmtannengewächse Sciadopityaceae
        • Eibengewächse Taxaceae
      • Gnetales
    • Bedecktsamer Angiosperme

Die Koniferen oder Nadelhölzer sind die größte rezente Gruppe der Nacktsamer. Es gibt etwa 600 bis 800 Arten. [1]

Von den Palmfarnen existieren etwa 320 Arten.

Der Ginkgobaum Ginkgo biloba ist die letzte und einzige rezente Art der Klasse der Ginkgopflanzen.

Die Gnetales haben es anscheinend zu keinem deutschen Namen gebracht. Diese Ordnung hat etwa 75 Vertreter, unter ihnen die Welwitschie Welwitschia mirabilis, die in der Namibwüste Namibias und Angolas wächst. Diese Pflanze kann bis zu 2000 Jahren alt werden. In Europa wird sie oft in botanischen Gärten gezeigt.

Die Anzahl der jeweiligen Arten sollte man cum grano salis nehmen. Die scheint jeder Botaniker anders zu zählen und durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse wie molekulargenetische Untersuchungen ändern sich die Angaben oder sind unklar bis umstritten.

Im Vergleich zu den 226.000 Arten der Bedecktsamer sind die Nacktsamer aber ziemlich überschaubar.

Familien innerhalb der Koniferen Coniferales

Araukariengewächse Araucariaceae

Es gibt 41 Arten in drei Gattungen, ihre Verbreitung ist auf die Südhalbkugel beschränkt.

Ein bekannter Vertreter ist die Chilenische Araukarie Araucaria araucana, welche in Europa als Parkbaum verwendet wird. Allerdings ist sie nur auf den Britischen Inseln und in den milderen atlantiknahen Gebieten Nordwesteuropas ausreichend winterhart.

Kopfeibengewächse Cephalotaxaceae

Etwa 11 Arten, die Verbreitung ist auf Süd- und Ostasien beschränkt. Einige Arten sind als Zierpflanzen in Kultur.

Zypressengewächse Cupressaceae

Etwa 130 bis 140 Arten in 29 Gattungen, welche weltweit verbreitet sind.

Bekannte Vertreter der Familie sind Sumpfzypressen, die drei Arten der Mammutbäume, Zypressen, Scheinzypressen, Lebensbäume und Wacholder.

Kieferngewächse Pinaceae

Die Familie umfasst etwa 230 Arten in 11 Gattungen. Mit Ausnahme einer Art sind alle auf der Nordhalbkugel heimisch.

Die Kieferngewächse sind bis auf alle Arten der Gattung Lärchen Larix immergrün.

Viele Arten sind wichtige Forstbäume und Holzlieferanten: z.B. Gemeine Fichte, Wald-Kiefer, Gewöhnliche Douglasie.

Steineibengewächse Podocarpaceae

Etwa 170 bis 200 Arten, welche hauptsächlich auf der Südhalbkugel in tropisch bis subtropischen Gebieten heimisch sind.

Schirmtannengewächse Sciadopityaceae

Nur eine Gattung mit einer Art (monotypisch), in Japan beheimatet. Die Schirmtanne Sciadopitys verticillata ist aber weltweit als Ziergehölz in Verwendung.

Eibengewächse Taxaceae

Die Familie umfasst 17 bis 20 Arten, welche fast ausschließlich auf der Nordhalbkugel verbreitet sind. Eine einzige Art ist als Ausnahme auf Neukaledonien im Pazifik endemisch.

Merkmale

Die Koniferen sind verholzende Pflanzen, die meisten Arten sind Bäume.

Die nacktsamigen Pflanzen haben wie die Bedecktsamer Samen als Ausbreitungsorgane, aber bei ihnen liegen die Samenanlagen frei und sind nicht durch Fruchtblätter geschützt.

Alle Nadelhölzer werden vom Wind bestäubt, da sie erdgeschichtlich vor den Insekten entstanden. Damit stand nur der Wind als potentieller Bestäuber zur Verfügung. Deswegen tragen Nadelgehölze unscheinbare und nektarlose Blüten, da sie keine Insekten anlocken müssen.

Die am höchsten wachsende Art ist der Küstenmammutbaum Sequoia sempervirens mit Wuchshöhen von über 100 Metern. Der Riesenmammutbaum Sequoiadendron giganteum wird dagegen, anders als sein Name vermuten lässt, mit „nur“ bis 95 Metern nicht ganz so hoch. Aber er erreicht dafür deutlich größere Stammdurchmesser und Holzvolumina.

Die Blätter sind oft als Nadeln ausgebildet, welche robuster als die Blätter der Laubbäume sind. Die kleinere Fläche stellt einen Schutz gegen tiefe Temperaturen dar und in der warmen Jahreszeit schützt sie zusätzlich mit einer Wachsschicht besser vor Verdunstung und damit Austrocknung.

Einige Arten wie Lebensbäume oder Scheinzypressen tragen auch schuppenförmige Blätter. Wacholderarten leisten sich sogar beide Ausführungen. Siehe Foto 3: links sieht man kleine spitze Nadeln und im rechten Bereich trägt der Trieb Schuppenblätter.

Die meisten Arten sind immergrün. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel: Ein heimisches Beispiel für ein sommergrünes Nadelgehölz ist die Europäische Lärche Larix decidua. Ein Verhalten, dass alle Vertreter der Gattung Larix zeigen. Allerdings werden auch bei den immergrünen Nadelgehölzen alte Nadeln irgendwann abgeworfen. Bei der Gemeinen Fichte werden die Nadeln beispielsweise etwa 5 bis 6 Jahre alt.

Verbreitung

Die Koniferen kommen fast überall auf der Erde vor. In den borealen Waldgebieten (Nordeuropa, Sibirien, Mongolei, Kanada, Alaska) sind sie die dominierende Baumart.

Beispiel Waldkiefer: Die anspruchslose Baumart würde in Deutschland unter natürlichen Bedingungen nur an sehr ausgewählten Standorten wachsen. So käme sie ohne Unterstützung der Forstwirtschaft auf nährstoffarmen und sehr trockenen oder nassen Böden vor. Beispiele sind norddeutsche Flugsanddünen, Kalkfelsen oder Moorwälder. Auf nährstoffreichem Boden würde die schattenverträgliche Rotbuche sie verdrängen.

Nutzung

Viele der Nadelgehölze werden forstlich genutzt.

Die reichliche Hälfte (54%) der deutschen Waldbäume sind Nadelbäume. So ist zum Beispiel die Kiefer in Brandenburg (mit Berlin) mit 70% die dominierende Baumart. In Sachsen ist die Fichte mit 34,4% Anteil der wichtigste Forstbaum. Die beiden Bundesländer haben mit rund 74%, bzw. 66% Anteil die Wälder mit dem höchsten Anteil an Nadelbäumen. [2]

FichteTanneDouglasieKieferLärche
25,4%1,7%2,0%22,3%2,8%
Anteil der Nadelbaumarten am Gesamtbestand (Deutschland) [1]

 

Familie Eibengewächse Taxaceae
Familie Kieferngewächse Pinaceae
Familie Zypressengewächse Cupressaceae
Legende

– nicht in Mitteleuropa heimisch

[1] Anzahl der Arten und Gattungen: u.a. Wikipedia

[2] Ergebnisdatenbank der Dritten Bundeswaldinventur (2012), https://bwi.info/