Gemeine Fichte

Wissenschaftlicher Name: Picea abies

Familie: Kieferngewächse Pinaceae

Die Gemeine Fichte, manchmal auch Rottanne oder Rotfichte genannt,  ist ein immergrüner Nadelbaum, welcher meistens 30 bis 50 Meter – in Ausnahmefällen bis zu 70 Meter – hoch wächst.

Sie ist die einzige Vertreterin der Pflanzengattung der Fichten Picea in Mitteleuropa.

Beschreibung

Die Gemeine Fichte wächst einstämmig, der gerade Stamm kann bis zu einem Meter dick werden. Die Zweige sind quirlig angeordnet. Ihre Rinde ist braun bis kupferfarben, der Name Rottanne ist ein Hinweis auf die leicht rötliche Rinde. Mit einer „waschechten“ Tanne hat die Fichte botanisch gesehen aber nichts zu tun.

Die Gemeine Fichte ist ein Flachwurzler. Die Krone wächst regelmäßig und kegelförmig. Die Nadeln wachsen 1 bis 2,5 cm lang und sind stachlig spitz.

Die Blütezeit ist von April bis Mai Juni. Die Fichte ist einhäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich an einem Baum.

Anfangs sind die Zapfen, welche an den Zweigen hängen, noch grün, die reifen Zapfen später hellbraun. Die Zapfen fallen meist komplett zu Boden, anders als bei der Weißtanne, deren Zapfen aufrecht auf den Zweigen sitzen bleiben und nur die Samenschuppen abfallen.

Die Samen sind für Eichhörnchen und Vögel (z.B. Kreuzschnäbel) eine wichtige Nahrungsquelle.

Verbreitung

Die Fichte ist von Europa bis in das kontinentale Asien verbreitet.

Natürlich würde sie bei uns erst in den höheren Lagen der Mittelgebirge vorkommen (ab ca. 800 Meter). Durch intensive forstliche Nutzung ist sie aber deutlich weiter verbreitet und wächst auch auf vielen ehemaligen Laubwaldstandorten und in tieferen Lagen. Dadurch ist heute die häufigste Baumart in Deutschland, wobei ihr Anteil durch den Waldumbau aber zurückgeht.

Die Gemeine Fichte ist ein wichtiger Forstbaum und Holzlieferant – der sogenannte „Brotbaum der Forstwirtschaft“. Sie wächst gerade und schnell. Nach 80 bis 100 Jahren kann sie „geerntet“ werden. Das natürliche Alter wird mit 600 Jahren angegeben.

Der Baum ist zwar sehr anspruchslos, aber durch die weiten Monokulturen anfällig, zum Beispiel für den Befall durch Borkenkäfer wenn der Sommer doch mal etwas länger trocken und warm ist.

Weiterhin sind die Bestände sturmanfällig. Nach Sturmereignissen kann man sich die umgestürzten Bäume anschauen, wenn sie samt ihrer flachen Tellerwurzeln komplett umgekippt sind. Auf Böden, die ihr gefallen, bildet aber auch die Fichte ein weitverzweigtes Wurzelsystem aus.

Solche Meisterleistungen sächsischer Forstwirtschaft sieht man zum Glück immer seltener:

Fichtenforst
Monotoner Fichtenforst

In den Hochlagen des Erzgebirges waren die Fichtenbestände in den 1980er Jahren durch Schwefeldioxid von Braunkohle- und Chemieindustrie stark geschädigt und weitflächig abgestorben. Es wurden sogar versuchsweise rauchharte Baumarten wie Blaufichte oder Murraykiefern angepflanzt. Mit der deutschen Einheit ging der Schwefeldioxid-Ausstoß aber stark zurück. Mittlerweile läuft die Umwandlung zu Bergmischwäldern mit Fichten, Tannen und Buchen.

Die Gemeine Fichte wurde zum Baum des Jahres 2017 gewählt.

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