Gewöhnliche Eibe

Wissenschaftlicher Name: Taxus baccata

Familie: Eibengewächse Taxaceae

In der Gattung Taxus gibt es etwa 10 Arten, so beispielsweise die Kanadische Eibe Taxus canadensis oder die Chinesische Eibe Taxus chinensis. Die Gewöhnliche Eibe oder auch Europäische Eibe ist die einzige bei uns in Europa heimische Art der Gattung. Die Eiben sind immergrüne Sträucher oder kleine Bäume, welche vornehmlich in den gemäßigten Zonen wachsen.

Die Gewöhnliche Eibe wächst meistens als mehrstämmiger kleiner Baum mit bis zu 15 Metern Höhe, wobei solche großen Exemplare bei uns in Mitteleuropa aber selten zu finden sind. Die Eibe ist in ganz Europa, dem Kaukasus und in Teilen Nordafrikas verbreitet.

Die grau- bis rötlichbraune Rinde ist stark zerfurcht und schuppig. Die weichen Nadeln sind 1,5 bis 4 Zentimeter lang und dunkelgrün glänzend, die Unterseiten sind hellgrün.

Die Gewöhnliche Eibe ist zweihäusig: Das heißt, dass sich männliche und weibliche Blüten auf unterschiedlichen Bäumen befinden.

Die langsamwüchsige Art kann ein sehr hohes Alter von über 1000 Jahren erreichen. Die Eibe hat aber ein gutes Ausschlagsvermögen und kann so einfach über Stecklinge vermehrt werden. Ebenso wurzeln auch auf dem Boden anliegende Zweige gut an. Das genaue Alter besonders betagter Bäume lässt sich durch den mehrstämmigen Wuchs nur schwer feststellen.

Eiben stellen keine hohen Anforderungen an das vorhandene Lichtangebot und wachsen oft im Unterwuchs anderer Baumarten.

Da sie ein hartes und elastisches Holz hat, wurde diese Baumart in der Vergangenheit oft übernutzt. So wurde Eibenholz für den Bau von Bögen oder Armbrüsten verwendet. Schon die Gletschermumie Ötzi trug zu seinen Lebzeiten einen Bogen aus Eibenholz bei sich, welcher die letzten rund 5000 Jahre mit ihm im Eis verbrachte [1]. Auch die berüchtigten englischen Langbögen wurden aus Eibenholz gefertigt, so dass die Eibenbestände auf der Insel stark zurückgingen.

Die heute verbliebenen wild lebenden Populationen der Eibe sind in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt.

Alle Teile des Baumes bis auf den attraktiven roten Samenmantel sind für den Menschen und beispielsweise auch Pferde giftig. Vielen Vogelarten dient der Samenmantel inklusive des giftigen Samens als Nahrung. Alles kein Problem: Der Samen wird von ihnen unverdaut wieder ausgeschieden und auf diese Weise weiterverbreitet.

In Gärten wird die Eibe häufig als Heckengehölz verwendet. Sie wächst zwar langsam, aber dafür erhält man schöne blickdichte Hecken, welche nicht so stark und oft geschnitten werden müssen.

Hier ein Beispiel für die Verwendung als Ziergehölz: Eiben im Schlosspark von Oranienbaum, die linken Exemplare waren schon beim Baumfriseur, die rechten warten noch auf ihren Pflegeschnitt.

Gelbfrüchtige Eibe Taxus baccata var. lutea

Weibliche Sorte mit gelbem Fruchtmantel.

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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Ötzi