Schwarzes Moor

Schwarzes Moor

Start am Wanderparkplatz

Heute ist das Schwarze Moor in der Langen Rhön unser Wanderziel.

Das Moor ist unweit des Dreiländerecks Hessen-Bayern-Thüringen erreichbar

  • aus westlicher Richtung über die B278 mit Abzweig in Seiferts oder
  • aus östlicher Richtung über die B285 über Fladungen.

Der Parkplatz ist riesengroß und kostenlos. Momentan fehlt mir die Phantasie mir den Trubel vorzustellen, wenn der voll belegt sein soll? Wir sind früh dran und es ist noch relativ ruhig. Das Schwarze Moor ist aber als Touristenmagnet bekannt.

Zum Moor geht es noch über die Straße, bevor wir den „Mooreingang“ erreichen, haben wir auf den Wiesen am Wegesrand schon Kugel-Teufelskralle, Kreuzlabkraut, Wald-Storchschnabel, Wiesen-Knöterich, Hahnenfuß und Frauenmantel gefunden.

Der steinerne Torbogen linkerhand war der Eingang zu einem ehemaligen Arbeitslager des Reichsarbeitsdienstes. Die Gebäude wurden bis auf die Grundmauern abgetragen, während das Tor als Mahnmal an das Lager erinnern soll.

Schwarzes Moor

Das raue Klima in der Hochrhön mit seinen hohen Niederschlagsmengen größer 1000 mm pro Jahr, den niedrigen Jahresmitteltemperaturen und der langen Schneebedeckung ist eine der Grundlagen für die Herausbildung von Hochmooren.

Das Schwarze Moor ist mit 66,4 Hektar Fläche das größte Moor der Rhön, Teil der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und eines der bedeutendsten Hochmoore Mitteleuropas. [1]

Im Gegensatz zum Roten Moor auf hessischer Seite, von dem nur noch ein kleiner Rest der ursprünglichen Fläche übrig geblieben ist, hatte das Schwarze Moor großes Glück. Es wurde weder großflächig entwässert, noch umfangreich abgetorft. Das Rote Moor endete in weiten Teilen als Brenntorf im Ofen oder als Badetorf in den Wannen der regionalen Kurorte und Bäder. Andere Moore werden nach der Entwässerung als landwirtschaftliche Nutzfläche verwendet oder aufgeforstet.

Schon 1939 wurde das Moor unter Schutz gestellt.

Nach dem Passieren des Eingangstors startet der Weg nicht direkt im Moor.

Eine große Wiese breitet sich vor dem Betrachter aus. Auf ihre wächst Ährige Teufelskralle, Großer Wiesenknopf, Klappertopf, Kuckucks-Lichtnelke, Glockenblume, Wiesen-Margerite, Gelbes Habichtskraut u.v.m.. Im Hintergrund sieht man schon das letzte Highlight des Rundwegs – einen Aussichtsturm.

Auf dem Moorlehrpfad

Schon bald begegnen uns die ersten von knapp zwei Dutzend Informationstafeln des Moorlehrpfades. Die sind wirklich interessant geschrieben und vermitteln viel Wissenswertes – also nicht achtlos vorbeilatschen.

Wir passieren einen kleinen Wald und den Niedermoorbereich, welcher das Hochmoor umschließt.

Während die Hochmoore nur aus Regenwasser (und Tau, bzw. Nebel) gespeist werden und deswegen extrem nährstoffarm sind, gibt es in Niedermooren noch einen Kontakt zum Grundwasser und den nährstoffreicheren Böden der Umgebung. Hier wachsen u.a. SiebensternTrollblume, Blutauge und Wollgräser. Die weißen Puscheln des Wollgrases sind allerdings nicht die Blüten, sondern schon die Fruchtstände.

Weite Teile des Wegesystems bestehen aus Holzbohlenstegen. Einmal kommt man dadurch trockenen Fußes durch das Moor und zweitens werden dadurch die Besucher gelenkt und die trittempfindlichen Böden und Pflanzen geschützt. Deswegen gilt auch ein striktes Wegegebot. Die Bretterwege sind für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet.

Im Hochmoor bestimmen je nach Wegstück und den lokalen Bedingungen Krähenbeeren, Rauschbeeren, Heidekraut oder Heidelbeeren das Bild. Ab und zu zeigt auch die Moosbeere ihre zarten rosa Blüten.

Ein botanischer Höhepunkt sind die Vorkommen des Sonnentaus. Diese Pflanze ist durch ihre carnivore (fleischfressende) Lebensweise perfekt an das Leben im Moor angepasst. Sie gleicht die Nährstoffarmut des Bodensubstrats durch den Fang von Insekten und Spinnen aus. Dazu sind die Blattspreiten mit beweglichen, an der Spitze drüsigen Haaren besetzt, welche eine klebrige Flüssigkeit absondern. Mit Hilfe der klebrigen Flüssigkeit werden nicht nur kleine Insekten wie Mücken oder Fliegen festgehalten, sondern sie enthält sogar noch Verdauungsenzyme.

Zentrale Hochfläche

Die zentrale Hochfläche des Schwarzen Moores ist weitgehend baumfrei. Nur wenige urig gewachsene Kiefern besiedeln die etwa 400 mal 800 Meter große Fläche. Der Torfkörper ist an den tiefsten Stellen bis zu acht Meter mächtig. Für das Höhenwachstum eines intakten Moores wird übrigens ungefähr ein Millimeter pro Jahr angenommen.

Daran beteiligt ist eine weitere Charakterpflanze des Hochmoors: Das Torfmoos. Es ist entscheidend für die Entwicklung und Funktion eines Moores.

Siehe Torfmoose

Der Weg führt an einem Moorauge, einem Wasserloch innerhalb der Torffläche, vorbei.

Die Tierwelt in einem Moor ist wie die Pflanzenwelt durch die speziellen Lebensbedingungen eher artenarm. Wir konnten flüchtende Eidechsen beobachten, welche beim gemütlichen Sonnenbad auf dem Bohlenweg gestört wurden, und einige Libellen flogen umher. Im Moor leben u.a. die Große und Kleine Moosjungfer und die Torf-Mosaikjungfer. Das seltene Birkhuhn hat hier und in der gesamten Hochrhön ein Rückzugsgebiet gefunden. Der scheue Vogel wird aber die Besucherströme meiden und im Normalfall unentdeckt bleiben.

Aussichtsturm

Letztes Highlight des Rundgangs ist ein 17 Meter hoher Aussichtsturm. Er bietet einen weiten Blick über das Schwarze Moor und das Plateau der Langen Rhön. Die Panoramatafeln auf der Plattform helfen die Berge und markanten Punkte in der Umgebung zu identifizieren.

Der Rückweg führt durch ein gemütliches Wäldchen mit vielen Moorbirken, welche als Baum oder Strauch auf feuchten bis nassen Standorten mit nährstoffarmen Böden wächst.

Zurück an Kiosk und Informationsstelle

Wieder zurück will man kaum glauben, dass der Parkplatz proppenvoll ist. Entsprechende Menschenmassen kamen uns auf dem Rückweg auch entgegen.

Heute ist allerdings Feiertag, wochentags hält sich der Andrang vielleicht etwas in Grenzen.

Der Imbiss hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Service ist schnell und freundlich, das Eis war prima. Die Toilettenbenutzung kostet etwas, auch wenn man den Imbiss genutzt hat. Aber mal ehrlich: Dafür hat man Parkplatz, Aussichtsturm, die kilometerlangen Bohlenstege incl. vielzähliger anschaulicher Infotafeln ohne Eintritt geboten bekommen.

Im kleinen Infopunkt kann man regionale Produkte, Wanderkarten und Literatur kaufen.

Für das rund drei Kilometer lange Wegenetz und die vielen Schautafeln kann man ruhig zwei bis drei Stunden Zeit einplanen.

Grenzturm auf dem Grabenberg

Wem nach mehr Natur und einem Blick in die deutsche Geschichte zumute ist, sei ein Abstecher zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze empfohlen.

In einem knappen Kilometer Entfernung befindet sich auf dem 796 Meter hohen Grabenberg ein alter Beobachtungsturm des alten DDR-Grenzregimes. Der Turm ist leider nicht begehbar, aber trotzdem hat man von hier eine sehr schöne Aussicht inklusive dem Blick auf Frankenheim/ Rhön.

Vor dem Turm verläuft der alte Kolonnenweg aus Betonlochplatten. Ein Stück Metallgitterzaun lässt den Betrachter erahnen, wie die Grenzsperranlagen damals ungefähr ausgesehen haben. Die Natur zeigt sich unbeeindruckt und so manches Blümchen lugt aus den Platten des Kfz-Sperrgrabens hervor.

Einen reichlichen Kilometer Luftlinie westwärts befindet sich das Dörfchen Birx, welches zu DDR-Zeiten von drei Seiten durch die Grenzanlagen eingeschlossen war. Nur Richtung Nordosten nach Frankenheim bestand ein Zugang zu dem Ort. Zum Glück ist dieser Teil unserer Geschichte vorbei.

Im Anschluss sei noch eine kleine Runde um das Waldstück längs der Straße nach Seiferts empfohlen. Hier läuft man an in Sichtweite von Birx an herrlichen bunten Wiesen entlang.

Karte

Karte mit Wanderzielen Karte mit Wanderzielen
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Quellen

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Moor

[2] Infotafeln

Schwarzes Moor
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