Schwarzwassertal im Nebel

Schwarzwassertal im Nebel

Da der Frühling schon die ganze Woche Pause macht und ganz besonders das Wochenendwetter ziemlich verkorkst ist, wollte ich nicht zu den Frühblühern an Mulde, Striegis oder Weißeritz. Dann lieber gleich in die Höhenlagen und den Resten des Winters entgegen.

Ziel war das Tal der Schwarzen Pockau, Start der Wanderung ist im Hinteren Grund in Pobershau.
Im Tal gab es noch etwas Sicht, weiter oben versank alles im dichten Nebel.

Bei dem Wetter waren nur wenige Wanderer unterwegs, so dass sich sogar ein Graureiher bis ans Schwarzwasser traute. Mein Kommen verscheucht ihn, aber bis ich den Fotoapparat draußen hatte und noch mehrmals die falschen Knöpfe gedrückt hatte, erwischte ich nur noch sein Hinterteil beim Fortfliegen in die Ferne. Schade.

Hinterm Nonnenfelsen, dessen Spitze im Nebel versank, eine frohe Überraschung: Die Wilddiebsbrücke ist wiedererrichtet worden. Mal sehen wie lange das Schwarzwasser diesmal braucht, um den Übergang fortzuspülen. Bei Hochwasser ist der Fluss nicht zimperlich. Von der Brücke lassen sich schöne Langzeitbelichtungen des Wassers fotografieren, selbst wenn man zu faul ist, ein Stativ mitzuschleppen. Dann erfüllt auch das Geländer dessen Zweck.

Später weitet sich das Tal und man läuft direkt im dicken Nebel. Am Parkplatz in Pobershau ging es bei 550 Metern Höhe los, in Kühnhaide sind es schon über 700 Meter. Kühnhaide ist neben Morgenröte-Rautenkranz das wohl bekannteste Kälteloch aus dem MDR-Wetterbericht. Heute hatte ich allerdings nicht den Eindruck, dass es hier kälter war. Aber die noch durchgängige Schneedecke zeigt deutlich, dass hier oben ein raues Klima herrscht.

An der alten Steinbrücke ging es dann oberhalb des Schwarzwassers am Grünen Graben zurück.

Graue Tristess? Nicht zwangsläufig. Die grünen Moosbatzen an der Steinernen Brücke haben kleine Wassertropfen aus der feuchten Nebelluft ausgefiltert.

Der Grüne Graben stammt aus der Zeit des Silberbergbaus im Erzgebirge. Er förderte damals Aufschlagwasser zu den Gruben in Pobershau. Der Graben wurde im 17. Jahrhundert angelegt und ist 8 Kilometer lang. Lange vor Erfindung der Dampfmaschine war die Wasserkraft eine unentbehrliche Energiequelle im erzgebirgischen Silberbergbau.
Mal sehen, ob ich die Strecke schaffe, ohne auszurutschen und im kalten Wasser zu landen.

Schema des Flusssystems der Schwarzen Pockau
Schema des Flusssystems der Schwarzen Pockau

Der Grüne Graben begleitete mich etwa 4 Kilometer Wegstrecke. Während anfangs reiner Nadelwald vorherrscht, stehen nun immer wieder Berg-Ahorne und Buchen am Wegesrand. Irgendwann biegt der Graben nach links Richtung Marienberg ab.

Den Blick vom Katzenstein konnte man sich heute sparen, man konnte die Luft fast schneiden. Nun ging es nur noch runter ins Tal zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Karte

 

Schwarzwassertal im Nebel
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