Hemimetabolie oder unvollständige Metamorphose

Hemimetabole Insekten sind u.a.

  • Libellen
  • Wanzen
  • Heuschrecken.

Libellen und andere Insektenarten kennen kein Puppenstadium. Sie durchlaufen eine unvollkommene Metamorphose. Die Larve muss deswegen schon eine gewisse Ähnlichkeit zum ausgewachsenen fertigen Insekt haben, weil der „große“ Umwandlungsprozess innerhalb einer Puppe nicht stattfindet.

Unvollkommene Metamorphose
Unvollkommene Metamorphose

Beispiel Libellen

Der Körper eine Libellenlarve ähnelt in Grundzügen schon der fertigen Libelle. Im Verlaufe ihres Lebens wächst die Larve und häutet sich deswegen mehrmals. Die Libellenlarven leben räuberisch und verlassen das Wasser zum Teil erst nach wenigen Jahren. Den Larven der Großlibellen fallen sogar Kaulquappen und kleine Fischchen zum Opfer.

An Land vollziehen sie den Wandel zum fertig ausgebildeten Insekt und häuten sich letztmalig. Die zurückgebliebene leere Larvenhaut einer geschlüpften Libelle heißt Exuvie.

Das erste Foto zeigt ein Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer Aeshna cyanea bei der Eiablage. Die Ablage erfolgt in ein Stück Moos in direkter Wassernähe (links unten sieht man die Wasserlinsen auf der Wasseroberfläche schwimmen). Andere Arten geben sich da weniger Mühe und werfen ihre Eier über dem Wasser oder dem Uferbereich ab.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist relativ häufig und lässt sich an Gartenteichen gut beobachten. Die Eier überwintern, der Schlupf der fertigen Libellen erfolgt bei dieser Art nach zwei bis drei Jahren.

Zum Schlupf klettert die Libellenlarve aus dem Wasser und sucht sich am Ufer einen geeigneten Platz an einem festen Stängel von Gräsern, Binsen, Seggen oder Schilf. Der Schlupf einer Libelle dauert einige Stunden, da nach dem Aufbrechen und Verlassen der letzten Larvenhülle der Körper und die Flügel aushärten müssen. Dafür müssen die Umgebungsbedingungen passen (Sonne, kein Regen, wenig Wind). In diesem Zustand sind die Tiere völlig schutzlos – wegfliegen können sie noch nicht – und werden leicht ein Opfer von Fressfeinden.

Bemerkenswert ist, dass die Lebensdauer als Larve deutlich länger dauert als das Libellenleben als Imago, welche bei den meisten heimischen Arten nur 6 bis 8 Wochen beträgt.

Auch bei den Libellen ist der Umfang der Umwandlung beeindruckend. Aus einem im Wasser lebenden Tier entsteht ein flinkes Fluginsekt. Sie sind aber eindeutig hemimetabol, da sie keine Ruhephase als Puppe durchlaufen.

Noch weniger spektakulär verläuft das Erwachsenwerden bei den Wanzen:

Beispiel Wanzen

Auch Wanzen entwickeln sich in einer unvollkommenen Metamorphose. Die Larven (bei Wanzen wird das Larvenstadium Nymphe genannt) ähneln im Körperbau deswegen dem ausgewachsenen Insekt. Nach einigen Nymphenstadien, welches jeweils mit einer Häutung abgeschlossen wird, entwickelt sich schrittweise das Imago.

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