Holometabolie oder vollständige Metamorphose

Holometabole Insekten sind u.a.

  • Schmetterlinge,
  • Käfer,
  • Zweiflügler (Mücken, Fliegen) und
  • Hautflügler (Wespen, Bienen, Ameisen).

Aus einem Ei schlüpft zunächst eine Larve. Diese Larve hat mit dem zukünftigen Aussehen des erwachsenen Tieres keinerlei Ähnlichkeit. Die Larve wächst und muss sich deswegen mehrmals häuten.

Im Anschluss an die Larvenzeit folgt ein Ruhestadium, in dem die Puppe in einem Kokon eingeschlossen ist. Innerhalb dieser Puppe „verwandelt“ sich die Larve in das „fertige“ Insekt, welches Imago genannt wird. Dazu werden die Organe der Larve in die des zukünftigen Insekts umgewandelt.

Vollkommene Metamorphose
Vollkommene Metamorphose

Zwischen den verschiedenen Arten bestehen zum Teil erhebliche Unterschiede im Ablauf dieser Vorgänge (Anzahl der Häutungen, Dauer der einzelnen Stadien usw.).

Folgende Fotos sollen am Beispiel von Schmetterlingen die einzelnen Stadien näher beleuchten.

Ei

Insekteneier auf der Unterseite eines Blattes. Irgendwann werden die ersten Larven schlüpfen.

Larve

Das Larvenstadium von Schmetterlingen wird Raupe genannt. Die Hauptnahrungsquelle für die Raupen sind artspezifische Pflanzenarten. Deswegen werden die Eier von den Weibchen oft an oder in die Nähe dieser Futterpflanzen gelegt.

Die Schwalbenschwanz-Raupen fressen hauptsächlich an Doldenblütlern wie Wilder Möhre, Petersilie, Fenchel, Engelwurz oder Bibernellen. Aber auch an Diptam Dictamnus albus, einem Vertreter der Rautengewächse, konnten wir die charakteristische Raupe schon beobachten.

Die Blutbär-Raupe Tyria jacobaeae hat das Jakobs-Kreuzkraut Senecio jacobaea als Leibspeise für sich entdeckt.

Diese Pflanze ist bei Tierhaltern dagegen deutlich weniger beliebt. Das Jakobs-Kreuzkraut ist giftig und kann bei Aufnahme größerer Mengen sogar tödlich sein (lebertoxisch). Besonders problematisch ist, dass das Gift auch im getrockneten Heu erhalten bleibt. Während die frischen Pflanzen auf der Weide wegen ihrer Bitterstoffe nicht gefressen werden, geht diese „Warnung“ beim getrockneten Kraut verloren. Die Raupe macht sich aber genau dieses Gift zu Nutze, indem sie es in ihrem Körper einlagert. Dadurch wird sie selbst giftig für andere Tiere. Nun fehlt nur noch eine bunte Warntracht und man wird weniger von Fressfeinden behelligt.

Siehe auch Tarnung, Mimikry und Mimese.

Der Zitronenfalter frisst an Faulbaum Frangula alnus und Purgier-Kreuzdorn Rhamnus cathartica. Die Raupen des Tagpfauenauges ernähren sich fast ausschließlich von Großer Brennnessel Urtica dioica. 

Ein Hinweis für Gartenfreunde

Die häufig in Gärten angebauten exotischen Pflanzen und Zuchtformen erfüllen die Funktion als Raupenfutterpflanze oft in keinster Weise und sind für unsere Tierwelt weitgehend wertlos. Einheimische Stauden und Gehölze bilden die Lebensgrundlage für vielerlei Insekten und damit auch für Singvögel und Kleinsäuger wie den Igel. Die Raupen des Tagpfauenauges sind auf die Brennnessel als Futterpflanze angewiesen.

Keine Brennnessel = kein Tagpfauenauge und viele andere Schmetterlingsarten.

Wer diesem und vielen anderen Schmetterlingen helfen möchte, kann in einer abgelegenen Ecke des Gartens ruhig ein paar Nesseln stehen lassen.

Puppe oder Ruhephase

Nach mehreren Häutungen verpuppt sich die Insektenlarve. Die Puppen sind meistens bewegungsunfähig. Der Begriff der Ruhephase ist trotzdem sehr oberflächlich, denn in der Puppe geht es ordentlich zur Sache. Aus dem Körper der alten Raupe entsteht letztlich ein völlig neues Tier.

Die Verpuppung kann an verschiedenen Orten, z.B. an einer Pflanze oder im Boden stattfinden. Die Puppe im ersten Bild wurde bei der Gartenarbeit – im Boden vergraben – gefunden. Mal sehen, was draus wird?!

Die Formen der Puppen, bzw. Kokons können sehr unterschiedlich sein.

Viele Raupen oder Puppen fallen Vögeln und anderen Fressfeinden zum Opfer, andere werden von Parasiten befallen. So legen die parasitär lebenden Schlupfwespen ihre Eier in andere Insektenlarven ab. Die daraus entstehenden Larven fressen wiederum die parasitierte Larve oder erst die verpuppte Larve. Und so passierte es, dass aus der aufbewahrten roten Schmetterlingspuppe von oben kein Schmetterling, sondern eine Schlupfwespe schlüpfte. Da war das Erstaunen groß!

Imago

Diese Schmetterlinge haben es trotz aller Widrigkeiten geschafft. Nach einer erfolgreichen Paarung und Eiablage haben die Schmetterlinge ihren Lebenszyklus abgeschlossen.

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