Kohlmeise

Wissenschaftlicher Name: Parus major

Familie: Meisen Paridae

Die Kohlmeise ist die größte Meisenart und einer der häufigsten Brutvögel. Sie ist in ihrem Bestand nicht gefährdet. Charakteristisch sind ihr schwarzer Kopf mit den weißen Wangen und der schwarze Längsstrich auf der gelben Unterseite.
Die Kohlmeisen sind mit Ausnahme Islands und Nordskandinaviens in ganz Europa beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis nach Nordwestafrika und in weite Teile Asiens.

Die Kohlmeise ist in Laub- und Nadelwäldern oder lichten Baumbeständen zu Hause. Als Kulturfolger bewohnt sie aber auch menschliche Siedlungen und so kennen wir sie als Bewohner unserer Gärten und Parks. Die Kohlmeise ist ein Höhlenbrüter, welcher in seinem ursprünglichen Lebensraum Astlöcher und von Spechten verlassene Baumhöhlen bewohnt.

Schafft Wohnraum für Meise, Sperlingskauz und Siebenschläfer: Der Buntspecht.

Wo es keine alten Baumbestände mit solchen Höhlen gibt, nimmt sie ersatzweise auch gern Nistkästen an oder brütet in Mauerlöchern und -ritzen. Ein Kohlmeisen-Nistkasten benötigt ein Einflugloch von 32 bis 34mm, was nicht ausschließt, dass der nur ein klein wenig größere Hausspatz oder ein Feldsperling einziehen. Für die kleinere „Kollegin“ Blaumeise genügt ein Flugloch von 26 bis 28mm. Die Nisthöhle dient der Meise im Winter auch als Schlafplatz.

In ihrer natürlichen oder künstlichen Nisthöhle baut die Kohlmeise ein Nest aus Moos, Gras, Federn, Wolle und Tierhaaren. Sie brütet zweimal pro Jahr, das Gelege ist 4 bis 12 Eier groß. Die Jungtiere werden von beiden Elternteilen drei Wochen lang gefüttert, nach weiteren zwei bis drei Wochen trennt sich die Familie. Durch die hohe Anzahl von Eiern und Nachwuchs gleicht die Natur die Verluste, welche die Population während der kalten Jahreszeit erlitten hat, wieder aus.

Die Kohlmeise frisst hauptsächlich Insekten, Larven, Spinnen, speziell im Winter aber auch Sämereien. Als Insektenfresser sind sie nützliche Gartenbewohner, helfen sie uns doch auf natürliche Art und Weise bei der Schädlingsbekämpfung.

Hilfe für die Meisen

Egal, ob Sommer oder Winter, als Gartenbesitzer hat man verschiedene Möglichkeiten den Meisen durch natürliches Gärtnern zu helfen. Meisenknödel und Nistkasten dürfen nicht die einzige menschliche Hilfe für die gefiederten Gartenbewohner sein.

So sollte man bei der Gestaltung des Gartens immer daran denken, wie lebensfeindlich kleingärtnerischer Ordnungssinn, kurzgeschnittener blütenloser Zierrasen, exotische Pflanzen und Koniferenhecken für unsere heimische Tierwelt sind. Exoten und Zuchtformen sind für unsere einheimischen Insekten weitgehend steril. So benötigt beispielsweise jeder Schmetterling seine artspezifischen Raupen-Futterpflanzen. An diese legt das Weibchen seine Eier ab. Die sich daraus entwickelnden Raupen sind auf diese speziellen Pflanzen als Nahrung angewiesen. Die üppig blühenden Zuchtformen von Blumen besitzen oft nur wenig oder keinen Nektar, locken also auch keine „fertigen“ Insekten an. Also: Keine einheimischen Wildblumen = keine Insekten (und deren Entwicklungsstadien) = keine Meisen, Rotkehlchen u.a. Singvögel. Wenn eine bunte Wiese mit einheimischen Blumen und Wildkräutern, ein Wildstaudenbeet, einheimische Sträucher, ein Holzhaufen oder etwas „Unordnung“ im Garten Einzug halten, finden Igel, Schmetterlinge und Singvögel wieder eine Heimat.

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