Uhu

Wissenschaftlicher Name: Bubo bubo

Familie: Eigentliche Eulen Strigidae

Der Uhu ist in Nordafrika, Europa (außer Britische Inseln und Island) und weiten Teilen Asiens beheimatet.

Er ist mit einer Länge etwa 70 cm die größte europäische Eulenart. Neben seiner imposanten Größe sind die Ohren ein weiteres auffälliges Merkmal. Das Gefieder ist hell- und dunkelbraun gemustert und stellt eine perfekte Tarnung dar. Den dämmerungs- und nachtaktiven und obendrein sehr seltenen Vogel werden die wenigstens Menschen jemals in freier Wildbahn beobachten können. Trotzdem kennt fast jeder seinen charakteristischen namensgebenden Balzruf.

Die Vögel erreichen Flügelspannweiten von 1,60 bis 1,80 Meter und bringen 2 bis 3 kg auf die Waage. Die Großeulen haben ein ausgezeichnetes Hör- und Sehvermögen. Die Augen sind zwar eulentypisch starr nach vorn gerichtet, dafür ist der Kopf sehr beweglich.

Vogel des Jahres 2005

Früher wurden Uhus gezielt verfolgt, da sie aufgrund ihrer Größe auch jagdlich interessante Tiere wie Rehkitze, Hasen oder hühnergroße Vögel schlagen können. Viele mitteleuropäische Brutvorkommen erloschen dadurch. Da andere Vögel einen Uhu angreifen, wenn sie ihn am hellerlichten Tag wahrnehmen, wurden die Tiere auch gefangen, um mit ihrer Hilfe wiederum Jagd auf Krähen und Greifvögel zu machen.

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts erholen sich die Uhupopulationen – unterstützt durch Artenschutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsprojekte – und konnten ehemals verwaiste Brut- und Siedlungsgebiete zurückerobern. In Europa ist die Verbreitung immer noch sehr lückenhaft, die Vögel sind überwiegend in den Mittelgebirgen und den Alpen zu Hause. Wachsende Populationen breiten sich auch langsam wieder ins Tiefland aus. Mittlerweile leben 2000 Brutpaare in Deutschland [1].

Trotz aller Erfolge bleibt der Uhu eine sehr schutzbedürftige Art, zumal in den letzten Jahren regionale Bestandsrückgänge und sinkende Bruterfolge beobachtet werden.
Uhus brüten vorwiegend auf Felsen oder in Felsnischen und nutzen so auch Steinbrüche als Brutplatz. Durch die Verfüllung oder Verbuschung von Steinbrüchen können wertvolle Brutplätze verloren gehen.

Geringste Störungen am Brutplatz quittiert der Uhu mit der Aufgabe der Eier oder der Nestlinge. Da Felsen einen gewissen Reiz ausüben, scheitern viele Bruten durch Kletter- oder Wanderaktivitäten. Aber auch Holzarbeiten im Wald oder Straßen- und Wegebau tragen ihren Teil zu den Brutverlusten bei.

Werden die Elterntiere am Nistplatz in Ruhe gelassen, können trotzdem Junguhus durch ein zu knappes Nahrungsangebot sterben.

Die Eule – Symbol für den Naturschutz

Das alte Naturschutzsymbol der DDR wurde nach der Wiedervereinigung das gesamtdeutsche Kennzeichen von Naturschutzgebieten. Das Schild – in den 1950er Jahren erfunden – zeigt allerdings keinen Uhu, sondern eine Waldohreule.

Im NSG Trostgrund bei Rechenberg-Bienenmühle
Im NSG Trostgrund bei Rechenberg-Bienenmühle

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[1] Text aktualisiert, Quelle: Wikipedia (Angabe für 2008 war 1500)