Weißstorch

Wissenschaftlicher Name: Ciconia ciconia

Familie: Störche Ciconiidae

Der Weißstorch wird etwa einen Meter hoch, hat eine Flügelspannweite von 2m und bringt bis 3,5kg auf die Waage. Die Männchen wirken etwas kräftiger als die Weibchen, sehen sonst aber gleich aus. Das Aussehen des Storchs mit weißem Gefieder und schwarzen Schwingen, den roten Beinen und dem bis zu 20cm langen rotem Schnabel ist hinlänglich bekannt. Das bekannte Klappern („Klapperstorch“) dient der Begrüßung des Partners und – weniger freundlich gemeint – dem Vergraulen von Konkurrenten .

Adebar ernährt sich von Fröschen, Kröten, Kaulquappen, Eidechsen, Mäusen, Schlangen, Fischen, aber auch von größeren Insekten und deren Larven und Aas.

Für den Nestbau sucht sich das Langbein normalerweise Bäume oder geeignete Felsvorsprünge.

In unseren urbanisierten Breiten kennen wir die Storchennester auf Dächern, Kirchtürmen, Schornsteinen oder Masten. Die Horste können nach Jahren des Ausbesserns, Erweiterns und emsigen Herumbastelns ein bis zwei Tonnen (!) schwer werden.

Entsprechende Bestandszahlen und Nahrungsangebot vorausgesetzt, brüten Störche auch in Kolonien. Nach der Heimkehr aus dem Überwinterungsgebiet im März bis April beginnt normalerweise das Männchen am Horst auf eine Störchin zu warten und startet mit Frühjahrsputz und Renovierung des Nestes.

Das Weibchen legt nach der Paarung zwei bis sieben, meistens aber drei bis fünf Eier ins Nest. Die Eier werden 32 bis 34 Tage lang von beiden Elterntieren bebrütet. Nach dem Schlüpfen dauert es noch 8 bis 9 Wochen bis die Kleinen flügge werden. Während der Aufzucht der Jungen schaffen die Alttiere nicht nur „feste“ Nahrung im Kehlsack herbei, sondern auch Wasser. Während ein Elternteil Verpflegung holt, passt der jeweils andere Partner am Nest auf die Jungstörche auf.

Ab in den Süden

Im August bis September verlassen uns die Störche bis zum Frühjahr des nächsten Jahres in Richtung Süden. Die west- und mitteleuropäischen Störche fliegen über die Meerenge von Gibraltar nach Ostafrika, die osteuropäischen Störche (incl. der Tiere aus Ostdeutschland) fliegen via Bosporus nach Ost- und Südafrika. Diese Flugrouten sind äußerst praktisch, spart die Thermik über der Landmasse doch so manchen Flügelschlag ein. Über Wasser fehlen diese hilfreichen warmen Aufwinde.

Die Jungstörche fliegen vor den Alttieren in den Süden und finden den Weg selbständig. Weißstörche brüten das erste mal in einem Alter von drei bis fünf Jahren. Oft bleiben die jungen Vögel gleich in Afrika und kehren erstmals zum Brüten nach Europa zurück.

Verbreitung des Weißstorches
Verbreitung des Weißstorches (Überwinterungsgebiet und Brutgebiet)

Der Weißstorch – Vogel des Jahres 1994

Auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen finden Störche nur wenig oder keine Nahrung, durch die Entwässerung von Feuchtflächen oder Flussniederungen und das Kanalisieren von Fließgewässern schwinden ihre Überlebensmöglichkeiten.

Eine weitere nichtnatürliche Gefährdung liegt in der Verdrahtung der Landschaft mit elektrischen Freileitungen.

Entwässerungsmaßnahmen gefährden die Störche aber nicht nur im Brutgebiet, sondern auch entlang ihrer Zugrouten und in den afrikanischen Winterquartieren. Weiterhin kann ihnen durch Pestizideinsatz oder Dürre im Überwinterungsgebiet die Nahrungsgrundlage abhanden kommen.

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